Die Bollywood-Filmindustrie

Denkt man an indischen Film, so fällt einem sofort „Bollywood“ ein. Ganze 16 Mio. Menschen gehen täglich in indische Kinos.

Mythen & Legenden auf der Kinoleinwand

Inhaltlich beschäftigt sich der indische Film stark mit Mythen und Legenden altindischer Epen wie „Ramayana“ oder „Mahabharata“ sowie der Erzählungen von „Tausend-und-einer-Nacht“. Filme dauern oft über drei Stunden und erzählen vom Schicksal von Familien, die sämtliche Filmgenres umfasst: vom Krimi bis zum Liebesfilm. Die Filme arbeiten mit der Dichotomie von Gut und Böse sowie mit geschlechtlichen Rollenzuschreibungen wie dem Vater als Patriarchen, der opferbereiten Mutter und der fügsamen und unberührten jungen Frau. Hinzu kommen übernatürliche Gestalten wie Geister, Dämonen und Gottheiten.

Die Aufmachung der Filme wird nach westlichen Standards oft mit Musicals gleichgesetzt, doch Filmgesang und -musik gehen auf uralte Traditionen zurück. Bollywoodfilme erzielen bis zu 20 % der Einnahmen über die Musikrechte. Der Tanz in den Filmen hat kaum Berührungspunkte mit klassischen Tänzen.

Heute sind bekannte Darsteller in weiblichen Hauptrollen Aishwarya Rai, Karisma Kapur, Madhuri Dixit und Preity Zinta und in männlichen Shah Rukh Khan (der bei weitem populärste), Aamir Khan und Salman Khan.

Hier eine Auswahl bekannter Filme:

Fakten zur Bollywood-Filmindustrie

Der Ausdruck „Bollywood“ geht zurück auf die 70er-Jahre, als dort mehr Filme produziert wurden als in Hollywood. Dies trifft auch heute noch zu, da in Indien nach wie vor mehr als 850 Filme pro Jahr gedreht werden. Ein Viertel wird auf Hindi produziert, nur ca. 10 Filme auf Englisch und der Rest in den jeweiligen Landesprachen der Drehorte innerhalb Indiens wie beispielsweise Kerala etc. Nirgendwo werden weltweit so viele Filme gesehen wie Indien, da es sich um die bedeutendste Vergnügungsart für Inder handelt.

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