Länderinfo und Geschichte Österreichs

Österreich überzeugt durch seine Kulturvielfalt und seine bedeutende Geschichte. Zahlen, Fakten und historischen Eckdaten, die man wissen sollte…

Österreich auf einen Blick

Bevölkerung: > 9 Mio.
Religionen: mehrheitlich katholisch oder ohne Bekenntnis, ebenfalls nennenswert vertreten sind die evangelische, orthodoxe, jüdische und muslimische Gemeinde
Sprachen: Deutsch sowie Minderheitensprachen in den Grenzgebieten und Romani
Fläche: 84.000 km²
Hauptstadt: Wien
Währung: Euro
Klima: Westen & Norden: ozeanisches, von feuchten Westwinden geprägtes Klima, Osten: pannonisch-kontinentales Klima mit heißen Sommern und kalten Wintern, Südalpen: oft niederschlagsreiche Tiefdruckgebiete aus dem Mittelmeerraum

Geschichte schnell erklärt

Weg zur Monarchie

Antike: Das Gebiet des heutigen Österreichs war schon in prähistorischer Zeit besiedelt und wurde in der Antike Teil des Römischen Reichs

Um 800: Karl der Große schuf zwischen Donau und Drau die Karolingische Mark gegen die Awaren.

976: Die Babenberger wurden mit Teilen des Gebietes betraut. Der Name „Ostarrichi“ wurde erstmals 996 in einer Schenkungsurkunde an den Bischof von Freising erwähnt. Das Gebiet wurde 1156 zum Herzogtum.

1282: Nach dem Untergang der Babenberger kam das Herzogtum Österreich an die aus Schwaben stammenden Habsburger, die dank geschickter Heirats- und Bündnispolitik ein Reich aufbauten.

Ab Mitte des 15. Jhdts.: Habsburger hatten die Kaiserkrone des „Heiligen Römischen Reiches“ inne

1522: Teilung des Hauses Habsburg in eine spanische und eine österreichische Linie (später mit Böhmen und Ungarn)

16. & 17. Jhdt.: durch die Abwehr der Osmanen begann der Aufstieg Österreichs zum Großreich

18. Jhdt.: Herrscherin Maria Theresia und ihr Sohn Joseph II. legten mit Reformen den Grundstein für einen modernen Staat (dazu zählen die Aufhebung der Leibeigenschaft, eine zentrale Verwaltung und die Schulpflicht).

1803: Kaiser Franz I. begründete das Kaisertum Österreich und legte 1806 die bedeutungslos gewordene römisch-deutsche Kaiserkrone nieder

1867: Entstehung der Doppelmonarchie Österreich-Ungarn, welche nach dem Ersten Weltkrieg zerfiel

1880er: Parteiengründung in Österreich

1897-1910: Karl Lueger war Wiener Bürgermeister (christlichsozial, daher kaisertreu, jedoch anti-semitisch), ab 1907 galt das Männerwahlrecht

Erster Weltkrieg und die Erste Republik

1914-18: Erster Weltkrieg. Dieser endete mit den Verträgen von Versailles  und St. Germain

24.3.1919: Abdankung von Kaiser Karl I. von Österreich/König von Ungarn. Er verließ mit seiner Frau Zita Österreich. Es  erfolgte die Gründung der Republik Deutschösterreich, die bald in „Republik Österreich“ umbenannt wurde

1918-38: Erste Republik unter Staatskanzler Renner mit Frauenwahlrecht. Ein Anschluss an Deutschland wurde von den Alliierten im Vertrag von St. Germain ausgeschlossen. 1920 entstand die Verfassung von Staatsrechtsexperten Hans Kelsen, 1924 wurde im Zuge der Währungsreform der Schilling eingeführt.

1918: politisch entstand die erste große Koalition aus Christlichsozialen und Sozialdemokraten, die 1920 zerbrach

1920-34 gab es eine christlichsoziale Regierung, Sozialdemokraten gingen in Opposition, beide Lager etablierten paramilitärische Einheiten: die christlichsoziale Heimwehr (unter Starhemberg) und den sozialdemokratischen Schutzbund (unter Deutsch und Körner)

1926-29: Bundeskanzler Ignaz Seipel bekämpfte die Sozialdemokraten und forcierte einen Zusammenschluss der Christlichsozialen mit Nationalsozialisten und anderen Gruppen zu einem „Bürgerblock“

1927: Versammlung des Schutzbundes (SD) in Schattendorf, die von einem rechten Wehrverband angegriffen wurde, wodurch zwei Personen starben. Die Täter wurden freigesprochen. Dies führte zum  Brand des Justizpalastes im Zuge eines Protests von Arbeitern. Durch brutales Vorgehen der Polizei kam es zu weiteren 90 Todesopfern und hunderten Verletzten

1929: Ausbruch der Weltwirtschaftskrise

1932-34: Der Christlichsoziale Dollfuß wurde Bundeskanzler und zum Begründer des autoritären austrofaschistischen Ständestaats (Austrofaschismus)

1933: Rücktritt der 3 Nationalratspräsidenten mangels Einigung über die Eisenbahnergehälter. Die Rücktritte nutzte Dollfuß, um die Selbstausschaltung des Parlaments zu verkünden und durch das Kriegswirtschaftliche Ermächtigungsgesetz von 1917 ohne das Parlament autoritär zu regieren.
Dollfuß gründete die Vaterländische Front (eine Vereinigung von Wehrverbänden) und löste konkurrierende Parteien und Verbände auf: den sozialdemokratischen Schutzbund, die nationalsozialistische Partei NSDAP und die kommunistische Partei

1933: die nationalsozialistische NSDAP wurde in Deutschland stimmenstärkste Partei und Hitler wurde vom Reichspräsident der Weimarer Republik (= deutsches Reich), Hindenburg, zum Reichskanzler ernannt

Hilter verlangte die Beteiligung der NSDAP an der österreichischen Regierung, was von Dollfuß abgelehnt wurde. Daher führten Nationalsozialisten Terroranschläge in Österreich aus.

1934: Bürgerkrieg in Österreich: in Wien und Linz kam es zu Hausdurchsuchungen gegen Sozialdemokraten und ihre Partei wurde verboten.

Im Februar kam es zu bewaffneten Kämpfen zwischen dem bereits verbotenen sozialdemokratischen Schutzbund und der Regierung unter Dollfuß und der gleichgeschaltenen Exekutive (Militär, Polizei und Heimwehr). Der klar schwächer ausgerüstete Schutzbund unterlag nach Kämpfen in mehreren österreichischen Industriestädten und besonders in Wien den Exekutiveinheiten. Gemeindebauten der Sozialdemokraten waren belagert und nach der Besetzung des Karl-Marx-Hofes im Wiener Bezirk Heiligenstadt wurden die letzten Kampfhandlungen beendet.

Im Juli unternahm die illegale NSDAP in Österreich einen Putschversuch gegen Dollfuß, welcher trotz der Ermordung Dollfuß scheiterte.

1934-38: nach dem Tod von Dollfuß wurde Schuschnigg zum diktatorisch regierenden Bundeskanzler des Austrofaschismus

1934-36: Italien unter Mussolini geriet in zunehmende Abhängigkeit von Hitler und konnte daher keine Garantie mehr für Österreich geben. Schuschnigg war nun zu einem Abkommen mit Hitler gezwungen, Nationalsozialisten in die österreichische Regierung aufzunehmen

Österreichs Anschluss an Deutschland

1938: Hitler forderte unter Androhung des Einmarsches die Aufhebung des NSDAP-Verbots in Österreich. Schuschnigg beugte sich dem Diktat, versuchte jedoch, den Anschluss durch eine Volksabstimmung zu verhindern. Hitler kam dem zuvor: Bundespräsident Miklas musste unter Druck den Nationalsozialisten Arthur Seyß-Inquart zum neuen Bundeskanzler machen und es erfolgte der Einmarsch der deutschen Wehrmacht in Österreich. Dieser wurde im Nachhinein durch eine von den Nationalsozialisten kontrollierte Volksabstimmung mit 99,73 % für den Anschluss Österreichs an Deutschland gedeckt.

1939-45: Zweiter Weltkrieg. Der Krieg wurde zwischen den Achsenmächten (Achse Berlin-Rom-Tokio, also Deutschland, Italien und Japan mit ihren Verbündeten Kroatien, Finnland und Thailand) und den Alliierten (Vereinigtes Königreich, USA, Sowjetunion, China und später das befreite Frankreich) geführt. Die Alliierten gingen siegreich hervor.

1943: Moskauer Deklaration: die Alliierten vereinbarten, nach dem Krieg Österreich als erstes Opfer der Aggression Hitlers wiederherzustellen, jedoch wurde ihm eine Mitverantwortung eingeräumt. Der Anschluss solle damit null und nichtig werden.

Österreich unter alliierter Besatzung

1945: Einmarsch der Alliierten in Österreich. Staatskanzler Renner wurde von der Sowjetunion mit der Bildung einer provisorischen Staatsregierung beauftragt (Gründung der Parteien SPÖ, ÖVP, KPÖ, die eine Koalition bildeten)

1945-55: alliierte Besatzung & Aufteilung Österreichs und Wiens in jeweils vier Besatzungszonen: französisch, russisch, amerikanisch und britisch

1954: Moskauer Memorandum: eine österreichische Delegation in Moskau schloss eine Vereinbarung über Österreichs Souveränität im Gegenzug für die Einführung der Neutralität

Die Zweite Republik

1955: Abschluss des Staatsvertrags mit den vier Besatzungsmächten über die Wiedererlangung der vollen Souveränität. Am Schloss Belvedere sprach Leopold Figl die legendären Worte „Österreich ist frei“. Als Gegenleistung beschloss der Nationalrat am 26. Oktober 1955 das Neutralitätsgesetz, woraufhin die letzten alliierten Besatzungssoldaten abgezogen wurden

1956: Flüchtlingsaufnahme in Folge des Ungarnaufstands

1968: Flüchtlingsaufnahme in Folge Prager Frühling

1970-83: Bruno Kreisky war Bundeskanzler und nahm zahlreiche sozialdemokratische Reformen vor: Arbeitszeitverkürzung, 4 Wochen Mindesturlaub, Verkürzung des Wehrdienstes, Einführung des Zivildienstes, Studiengebührenbefreiung, Heiratseihilfe, Mutter-Kind-Pass, Gratisschulbücher, Aufhebung des Homosexuellenparagraphen & 1978 wurde eine Volksabstimmung über ein Atomkraftwerk in Zwentendorf durchgeführt, in der sich die Bürger gegen Atomstrohm aussprachen

1972- 81: Kurt Waldheim war UNO-Generalsekretär und wurde später österreichischer Bundespräsident

1995: Österreich trat der EU & der NATO-Partnership for Peace (PfP) bei

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